Demokratie: Fight the Fake MeetUp #2
28. Mai 2024
Demokratie braucht Räume für ein Zusammentreffen, für Debatten und für den Austausch über unterschiedliche Ansichten. Eine solche Gelegenheit bot sich am 28. Mai im aufhof. Mit Impulsvorträgen von Prof. Dr. Annika Schach und Martin Fuchs wurde in Themencafés diskutiert. Abgerundet wurde der Abend mit einer Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Belit Onay, Menschrechtsaktivistin Düzen Tekkal und Eva-Maria Weiß und Schüler*innen verschiedener Schulen. Zum Nachlesen:
Lis Blume, freiberufliche Moderatorin für Transformation, Energie und Wirtschaft, führte professionell durch die Veranstaltung. Statt der üblichen Grußworte, gaben die Veranstalter*innen Thomas Vielhaber (Stadtbaurat), Dr. Hartmut Selle (hannoverimpuls GmbH) und Dahla Opitz (#HANnovativ) im Rahmen von Kurzinterviews Einblicke in ihre Arbeit und was diese mit Demokratie und Europa zu tun haben. In zwei spannenden Impulsvorträgen wurden wichtige inhaltliche Schwerpunktsetzungen für den Abend gemacht. Prof. Dr. Annika Schach (Professorin für Angewandte Public Relations, Hochschule Hannover) sprach den Sozialen Medien in ihrem Vortrag eine „Demokratisierung der Kommunikation“ zu, die etwa Protestkampagnen wie #meetoo ermöglichen oder zumindest wesentlich prägen. Als Herausforderungen beschrieb sie die Anonymität im digitalen Raum, das permanente Aufeinanderprallen höchst unterschiedlicher Wahrnehmungen und Weltbilder (Filter Clash) oder die geringe Aufmerksamkeitsspanne des Menschen, die mit acht Sekunden noch unter der eines Goldfisches liegen soll. Martin Fuchs, Politikberater und Blogger (Hamburger Wahlbeobachter), legte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf Desinformation und ging anhand vieler aktueller Beispiele auf die Fragen ein, was Fake News sind, wer sie verbreitet und wie wir sie erkennen können. Unter dem Hashtag #StopFakeNews empfiehlt uns die Bundeszentrale für Politische Bildung, die Absender*innen und den Kontext einer Nachricht zu hinterfragen, die Quelle zu überprüfen und nicht alles direkt weiterzuleiten.
Nach diesen Impulsen waren alle Teilnehmenden eingeladen, in sechs Themen-Cafés tiefer in die Inhalte einzusteigen. Begleitet wurden die Themen-Cafés jeweils durch eine*n Schüler*in und Moderator*in. Es wurde intensiv gearbeitet, diskutiert und Fragen für das anschließende Podium gesammelt.
Auf dem Podium begrüßte Lis Blume anschließend Oberbürgermeister Belit Onay, Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal und Eva-Maria Weiß, Redakteurin für digitale Themen und Trends bei heise. In drei Runden teilten Schüler*innen ihre Eindrücke aus den Themen-Cafés mit allen Teilnehmenden und stellten ihre Fragen, die dann mit den Expert*innen diskutiert wurden.
Das Verantwortungsbewusstsein für mehr Transparenz, so die Prognose des Oberbürgermeisters, wird wachsen – auch bei Plattformbetreiber*innen und Unternehmen. Eva-Maria Weiß ergänzte, dass Medienkompetenz alleine noch keine Lösung sei. Schließlich bekämen wir jeden Tag „News um die Ohren geschlagen, keiner von uns hat mehr den richtigen Durchblick. Und jetzt sollen wir auch noch immer aktiv sein, immer wissen was ist Fake News, wie kann ich das prüfen.“ Hinzu kommt: wir werden ohnehin nicht mehr unterscheiden können, was KI-generiert ist und was nicht – egal wie geschult wir sind. Am wichtigsten bleibt jedoch der Dialog, ist sich das Podium einig: „mit den Menschen in den Austausch zu gehen, sich zu umarmen, miteinander zu reden.“ Die digitale „Tötungsabsicht“, so die Menschenrechtler*in und Journalistin Düzen Tekkal erfolge immer dann, wenn wir uns nicht mehr in die Augen gucken. Sie schätze die Menschen, die anderer Meinung sind als sie selbst im Moment doppelt und sei dankbar dafür, dass sie in der Menschlichkeit geblieben sind und im Diskurs. Gerade junge Menschen könnten bei den aktuellen Entwicklungen den Unterschied machen – im Positiven, wie im Negativen. „Aber“, merkt die Menschenrechtler*in an, „dafür müssen wir sehen. Viele fühlen sich von uns nicht ernstgenommen.“

