Hannover kann Gemeinwohl! MeetUp #3

Von den Ursprüngen über Regulatorien bis hin zur Umsetzung. Unsere Expert*innen zeigten best practices aus Hannover und diskutierten wie die Umsetzung für viele gelingen kann. Wer es verpasst hat, findet hier eine kleine Zusammenfassung des spannenden Austausches!

Das 3. #HANnovativ MeetUp fand im Rahmen der Maker Faire im Hannover Congress Centrum statt. Die Maker Faire ist Wissenschaftsmesse und eine Art Jahrmarkt zugleich. Hier dreht sich alles ums selber machen, tüfteln und basteln und wie aus einer Idee ein nachhaltiges Business werden kann. Nachhaltig – Lokal – Sozial. Mit diesen Schlagworten präsentiert sich das nachhaltige Taschenlabel maesh aus Hannover und zeigt damit, wie Gemeinwohlökonomie in der Praxis funktioniert: Neben der Verwendung von recycelten Materialien und lokaler Produktion, setzt das Taschenlabel auf Integration und Bildung. Diese Aspekte finden im Konzept der Gemeinwohlökonomie eine besondere Berücksichtigung verglichen mit klassischen Ansätzen, die sich stark auf wirtschaftliches Wachstum fokussieren. Intrinsische Motivation wird in der Diskussion zum MeetUp als eine Triebfeder der Nachhaltigkeit hervorgehoben. Diese reicht auf der gesamtmarktwirtschaftlichen Ebene allerdings nicht aus, betont Oberbürgermeister Belit Onay in der abschließenden Podiumsdiskussion, und betont die Wichtigkeit von politischen Rahmenbedingungen. Dies unterstützt auch Berater und Dozent an der Leuphana Universität Constantin Alexander: Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heutzutage in Flüssen wieder schwimmen können habe nicht daran gelegen, das Unternehmen intrinsisch entschieden hätten Filter einzubauen, sondern das gesetzliche Vorgaben einzuhalten sind. Am Ende profitieren wir alle davon, dass die sogenannte Schadschöpfung zurückgedrängt wird, so Alexander weiter. Doris Petersen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung hannoverimpuls, verweist in der Diskussion um eine EU-Berichtspflicht für Unternehmen auf die Handhabbarkeit auch für kleinere Betriebe, dies gewährleisten zu können, ohne in einem Bürokratiedschungel unterzugehen. Beate Gerold, Geschäftsführerin von heise Medien, erklärt, dass auch der Markt, private und gewerbliche Kund*innen sowie auch der Mitarbeiter*innen-Gewinnung sie dazu bewegt, gewisse Auskünfte über Nachhaltigkeit vorhalten zu können, als Bedingung für Aufträge. Der Stadtverwaltung käme in dieser Diskussion noch einmal eine besondere Rolle zu, so Onay, da sich ihr Handeln an vielen Stellen ausschließlich am Gemeinwohl messen ließe. Dies würde auch in Smart City-Projekten deutlich, in denen Technologien mit sozialen und ökologischen aber auch kulturellen Aspekten zusammengedacht würden.